Das da:

Ein großer Teil des Kortex ist abgetragen, der Balken ist entfernt, so dass man in die inneren Hohlräume des Großhirns, die Seitenventrikel, schauen kann. Auf deren Boden (1a–c) liegt der Hippocampus, der sich zur Mitte hin in den gewölbeartigen Fornix (2a, b) fortsetzt.
Der rote Balken markiert die Schnittebene in Abbildung 7. Das Präparat hat Tamás Sebesteny gemacht.
Rechts ein Seepferdchen aus dem Roten Meer (http://www.photolib.noaa.gov/htmls/reef2027.htm): Beachten Sie das Fehlen der Brust- und Bauchflossen! Die Rückenflosse ist mit einem Pfeil markiert.
sind Hippocampi. Hippocampus heißt „Seepferdchen“, und die gibt’s im Meer (rechts) und im Hirn (links) – aber sehen Sie da im linken Teil des Bildes eines? Ich nicht. Aber der Herr Julius Caesar (sic!) Arantius (1530-1589), der Anatomieprofessor in Bologna war, der sah da ein Meerpferd.
Oh, er sah sogar noch sehr viel mehr als Meerpferde! Wahrscheinlich hat er so präpariert, wie das für das obige Bild der Fall war, und hat das gesehen, was wir nun auch sehen. Statt dann aber einen Kupferstecher damit zu beauftragen, die Sache zu stechen, um ein druckbares Bild davon zu bekommen – vermutlich reichten die Forschungsgelder mal wieder nicht –, stattdessen setzte er sich nieder und schrieb in seinen vollständig bilderlosen „Observationes anatomicae“ (1579/1595):
„Dieser Ventrikel Böden, und zwar die Teile, die zur Mitte weisen, überragt […] eine sich erhebende weiße Substanz, die aus der unteren Fläche wie ein Postament hervorgehoben wird, und die sich in einen harfenförmigen oder schildkrötenpanzergleich gewölbten Körper fortsetzt und die, der Länge nach, nach vorne, zur Stirn hin, in einer unregelmäßigen Form endet und die insgesamt mit einer gebogenen Figur versehen ist, welche an den Hippocampus, das ist das Abbild des Meer-Pferdchens, oder besser, des Seidenwurms, erinnert …“
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